Funktion: Schulbau
Ort: Adnet, Sbg
Art des Bauvorhabens: Sanierung und Erweiterung
Status: Wettbewerb | Anerkennung

Das Ergebnis des offenen, einstufigen Realisierungswettbewerbes für die Generalsanierung der Volksschule Adnet ist da. Wir freuen uns unter 58 TeilnehmerInnen mit unserem Wettbewerbsbeitrag einen Anerkennungspreis erhalten zu haben.

Funktion: Schulbau
Ort: Adnet, Sbg
Art des Bauvorhabens: Sanierung und Erweiterung
Status: Wettbewerb | Anerkennung

Wettbewerb: 06-09|2021
BGF gesamt: 4.399,56 m²

Auftraggeber: Gemeinde Adnet

Architektur: PLOV Architekten ZT GmbH

 

Mitarbeit: Ondrej Kövér

Das Ergebnis des offenen, einstufigen Realisierungswettbewerbes für die Generalsanierung der Volksschule Adnet ist da. Wir freuen uns unter 58 TeilnehmerInnen mit unserem Wettbewerbsbeitrag einen Anerkennungspreis erhalten zu haben.

 

STÄDTEBAULICHE EINBINDUNG – klare und prägnante Positionierung im Ortsgefüge

Die Neugestaltung der Volksschule Adnet erfolgt als eingeschossige Aufstockung sowie als Erweiterung des Bestandes im Süden bzw. im Westen. Dabei wird die klare und prägnante rechteckige Grundfigur des Bestandes erhalten und gut proportioniert skaliert. Das neugestaltete und erweiterte Gebäude fügt sich weiterhin einfach und klar in das Ortsbild ein und bildet einen selbstbewussten und sichtbaren Baustein im Bildungsgefüge Adnets. Der Zugang zur Volksschule erfolgt von Süden und bildet ein vis-a-vis Entree zur NMS. Das Vorfeld der Volksschule bildet einen begrünten, campusartigen Freiraum als Bildungsaufenthaltsbereich und als Treffpunkt für Schüler und Schülerinnen. Ein Flugdach integriert Fahrradabstellplätze und die Bushaltestelle und schafft ausreichend witterungsgeschützte Aufenthaltsbereiche für bis zu 100 Kinder. Das Flugdach dient hierbei nicht ausschließlich als Witterungsschutz sondern dient zusätzlich als räumliche Abgrenzung bzw. Zonierung der schulischen Freibereiche gegenüber der Landesstraße und schafft damit ein übersichtliches und gesichertes Schulentree. Die Zugänglichkeit ins Gebäude für Schüler und Schülerinnen folgt der bewährten Funktionsweise des Bestandes: ein als Schmutzschleuse ausgebildeter Windfang führt in die Zentralgarderobe im Untergeschoss und von dort über eine „saubere“ Verbindung in die Obergeschosse des Schulgebäudes. Der externe Zugang zum Turnsaal erfolgt räumlich getrennt von den schulischen Funktionsbereichen über den Windfang des Haupteinganges. Die unterirdische Verbindung der Volksschule mit der NMS bleibt unverändert erhalten. Die Parkplätze bzw. die Zufahrt für Pädagoginnen und Pädagogen erfolgt kommend von Osten über die Sportplatzstraße. Der Zugang für die Lehrerinnen und Lehrer erfolgt über einen separaten Eingang der Schule im Norden.

 

FLIESSENDE BILDUNGSLANDSCHAFT – Raum für Veranstaltungen, Feiern und Schulalltag

Der Eingangsbereich wird als offenes, gemeinsames Entree für VS und NAB konzipiert. Die Funktionseinheiten Aula / Veranstaltungsraum mit Sitzstufenanlage, Musikraum und Speisebereich mit Küche bilden eine flexibel nutzbare Raumzone im Erdgeschoss welche im direkten Verband mit dem Vorplatz steht und als Drehscheibe und lebendiges Herz der Schule fungiert. Die großzügige Sitzstufenanlage verbindet das Erdgeschoss mit den Obergeschossen und bildet eine geschoßübergreifende Aula für Veranstaltungen, für Feiern und im Schulalltag. Die Ausbildung der Sitzstufenanlage als begehbares Regal aktiviert diese für die Benutzung im täglichen Schulbetrieb sowie als Aufenthaltsbereich für die Nachmittagsbetreuung. Die Verwaltungsräume für die Nachmittagsbetreuung sind im Erdgeschoss untergebracht und stehen im direkten Verband mit dem Eingangsbereich und der Aula. Die Verwaltungsräume der Volksschule sind zentral im ersten Obergeschoss untergebracht und stellen kurze Wege in die Dörfer sicher.

 

LERNEN IM DORF – tausend und eine Möglichkeit im Schulalltag!

Die Unterrichtsräume sind in 4 Dörfern organisiert. Die Haupterschließung der Dörfer erfolgt über die zentrale Treppe / Sitzstufenanlage kommend von der Aula bzw. der Garderobe. Lufträume verbinden das Schulhaus vertikal und schaffen Sichtbezüge zwischen den Geschossen. Die Dorfplätze sind jeweils zentral zwischen den Unterrichtsräumen angeordnet und bieten gute Übersicht für die Pädagoginnen und Pädagogen. Die Dorfplätze stehen in direktem Bezug zu den grünen Klassenzimmern und ermöglichen es den Außenraum unkompliziert in den Unterrichtsalltag einzubinden. Nischen und offene Bereiche schaffen ein vielfältiges und differenziertes räumliches Angebot für den Schulbetrieb und ein optimales Zusammenspiel von Lernen und Freizeit. Um den unterschiedlichsten Lernsituationen gerecht zu werden, wird eine flexibel nutzbare Möblierung vorgeschlagen. Die Grundbausteine sind leichte und modulare Tische, Stühle, Sitzkissen sowie ‚Multi-Use-Boxen‘. Für die Unterrichtsräume und die Dorfplätze werden flexible Tafelsysteme vorgeschlagen.

 

GRÜNES KLEID– Alt und Neu werden zu einem einheitlichen Bild verwoben

Umlaufende, begrünte Balkone und Vordächer sowie Holzfassaden prägen das Erscheinungsbild der neu gestalteten VS Adnet. Alt und Neu werden dadurch zu einem einheitlichen Gesamtbild verwoben und die Balkone und Vordächer sorgen für konstruktiven Witterungsschutz sowie Verschattung für die Unterrichtsräume. Ein feingliedriges Netz überspannt die Gebäudeaußenhülle. Kletterpflanzen hüllen das Gebäude in ein grünes Kleid und sorgen für natürliche Verschattung im Sommer sowie Kühlung durch Verdunstung. Dadurch wird ein positiver Beitrag zum Raum- und Weltklima geleistet.

 

BRANDSCHUTZ UND FLUCHTWEGE

Die Brandabschnittbildung erfolgt gem. OIB RL 2 mit einer maximalen Brandabschnittsgröße unterhalb der zulässigen 1600m². Die Entfluchtung aller Bereiche erfolgt innerhalb von 40m (zumeist deutlich weniger) über zwei Außentreppen im Norden des Gebäudes. Das Brandschutzkonzept ermöglicht die Ausstattung der Dörfer mit Möbeln ohne besondere Anforderungen an den Brandwiderstand und unterstützt somit den Grundgedanken von unterschiedlichsten Lernsituationen und flexiblen Unterrichtsformen.

 

MATERIALITÄT – wenige Materialien in klarer Komposition

Es wird ein der Bauaufgabe angemessenes, hochwertiges Erscheinungsbild angestrebt. Wenige Materialien werden in klarer Komposition verwendet. Außen dominieren Holz, Glas und Grünpflanzen das architektonische Erscheinungsbild. Innen dominieren Holzoberflächen sowie punktuelle farbliche Akzente und schaffen eine freundliche und heimelige Atmosphäre.

 

BAUKONSTRUKTION – Holzhybridbauweise für einen nachhaltigen Bildungsbau

Die Gebäudekonstruktion der Erweiterung ist in Hybridbauweise als Kombination von massiven Stahlbeton-Bauteilen und Holzbauweise geplant. Die Aufstockung des Bestandes erfolgt in reiner Holzbauweise. Die Fassaden sind hochwärmegedämmt mit hinterlüfteten Holzfassaden konzipiert. Transparente Bauteile sind als Pfosten-Riegel-Konstruktionen mit 3-Fachverglasungen bzw. als Verbundfenster mit integriertem Sonnenschutz geplant. Die Dachflächen werden als retentionsfähige Gründächer ausgebildet und tragen zu einem ökologischen Mikroklima bei. Eine Photovoltaikanlage wird zur zusätzlichen Energieversorgung vorgeschlagen. Eine kontrollierte Raumlüftung sichert die Luftqualität und minimiert Lüftungswärmeverluste. Zusätzlich zur Raumlüftung wird optional die Nachtkühlung über automatisch gesteuerte Drehkippflügelfenster vorgeschlagen.

Lage im Ort

Erdgeschoss

1. Obergeschoss

2. Obergeschoss

Schnitt AA

Ansicht Süd