Funktion: Wohnen
Ort: Wien, W
Art des Bauvorhabens: Neubau
Status: Wettbewerb | 1. Platz

Am Bauplatz D12 im Stadtentwicklungsgebiet “Neues Landgut” nahe dem Hauptbahnhof entsteht gemeinsam im Team mit unseren KollegInnen von Dietrich Untertrifaller architects das Bewohnerfreundliche, Recyclingfähige, Inklusive und Offenherzige Wohnbauprojekt – B.R.I.O. Das innovative Konzept verdanken wir der großartigen Zusammenarbeit mit DUA, Simma Zimmermann Landschaftsarchitektur, der Agentur für Kultur und Urbanität art:phalanx, dem Team von RWT plus ZT GmbH und unserem Bauherrn dem ÖSW.

Funktion: Wohnen
Ort: Wien, W
Art des Bauvorhabens: Neubau
Status: Wettbewerb | 1. Platz 

 

Wettbewerb: 04-07 | 2021
Status: Einreichplanung
Fertigstellung: Juli 2024

NNF gesamt: 15.520m² 
BGF oberirdisch: 22.500m²
Nutzung:
Geförderter Kindergarten 
176 geförderte Wohnungen, 88=50% davon Smart 
14 Lokale 
5 Gemeinschaftsräume + 1 Wakü 

 

Auftraggeber:
ÖSW

Architektur: PLOV Architekten ZT GmbH
in ARGE mit Dietrich Untertrifaller Architects

Mitarbeit: Ondrej Kövér, Jarod Leistner

KonsulentInnen:
RWT plus [Tragwerksplanung]
RWT plus [HKLS]
RWT plus [Bauphysik & Ökologie]
Röhrer [Brandschutzplanung]
Besiedelungsnmanagement [art:phalanx]
Simma Zimmermann [Landschaftsarchitektur]

Visualisierung: Dietrich Untertrifaller architects

Am Bauplatz D12 im Stadtentwicklungsgebiet “Neues Landgut” nahe dem Hauptbahnhof entsteht gemeinsam im Team mit unseren KollegInnen von Dietrich Untertrifaller architects das Bewohnerfreundliche, Recyclingfähige, Inklusive und Offenherzige Wohnbauprojekt – B.R.I.O. Das innovative Konzept verdanken wir der großartigen Zusammenarbeit mit DUA, Simma Zimmermann Landschaftsarchitektur, der Agentur für Kultur und Urbanität art:phalanx, dem Team von RWT plus ZT GmbH und unserem Bauherrn dem ÖSW.

Die städtebauliche Konfiguration der Gebäude folgt dem zu Grunde liegenden städtebaulichen Masterplan und modelliert das Volumen. Drei Bauteile (Bauteil 1+2+3) formen eine zusammenhängende geschlossene Bebauung und damit einen geschlossenen Rücken zur Bahn. Der Bauteil 1 wird als sichtbarer und markanter Hochpunkt im Süden des Bauplatzes in Szene gesetzt. Der Bauteil 2 schöpft die mögliche Gebäudehöhe von 25m nicht aus. Dadurch werden die Prägnanz des südlichen Hochpunktes und der Gebäudesilhouette verstärkt. Zugleich wird durch die reduzierte Bauhöhe eine angenehme räumliche Proportionierung und Belichtungssituation im binnenräumlichen Innenhof geschaffen. Der Bauteil 3 im Norden wird mit einer Gebäudehöhe von 25m konzipiert und schließt die Silhouette zur Bahn als moderater zweiter Hochpunkt ab. Der Bauteil 4 ist als solitärer Baukörper entlang zur Landgutgasse geplant bildet eine urbane Front zum öffentlichen Gut.

 

Das Projekt schafft eine bewusste Differenzierung und Schichtung des Gebäudevolumens durch die konstruktiv und formal unterschiedliche Ausbildung des Gebäudesockels und den darüber liegenden Geschossen. Das Gebäudeensemble wird dialektisch mit massivem Gebäudesockel und darauf aufgesetzten, im Modulraster angeordneten „leichten“ Wohngeschossen konzipiert. Ein umlaufender Sockelvorsprung ermöglicht die üppige Begrünung der Gebäudefassaden und akzentuiert die Schnittstelle zwischen Sockel und den darüber liegenden Geschossen.

Im Bereich zur Landgutgasse wird der Gebäudesockel 2-geschossig ausformuliert. Attraktive, öffentliche Funktionen schaffen eine belebte, städtische Zone und verklammern das Gebäude mit der Nachbarschaft und dem Quartier. Der 2-geschossige Kindergarten wird im Süden, direkt zugeordnet zum angrenzenden, großen Freiraum, angeordnet.

 

Drei Stiegenhäuser erschließen das Gebäudeensemble. Alle Stiegenhäuser sind im Erdgeschoss durchgesteckt zwischen dem öffentlichen Straßenraum und dem halböffentlichen Binnenraum geplant. Die öffentlichen Funktionen (Umweltberatung, Bewegungsraum, Biogreissler) im Bauteil 4 sind direkt zur Landgutgasse orientiert. Im Bauteil 3 schlägt der Bildungsraum der Volkshilfe im Erdgeschoss eine offene und transparente Brücke zwischen den nördlichen Nachbarschaften und dem Bauplatz und stellt den Bezug zum Quartier her. Im nordöstlichen Bereich des Bauteils 3 sind der Müllraum und die Tiefgarageneinfahrt angeordnet. Im Erdgeschoss des Bauteils 2 befinden sich zwei trichterförmig aufgeweitete Durchgänge und verbinden den Freiraum entlang der Bahn mit dem Binnenraum und schaffen damit ein durchlässiges und offenes Quartier. Die Stiegenhäuser der Bauteile 1 bzw. 2 und 3 sowie zwei Gemeinschaftsräume – die multifunktionale Waschküche und das Kreativlabor – sind direkt an diesen beiden Durchgängen angeordnet. Im Bereich des Stiegenhauses des Bauteils 3 befinden sich darüber hinaus ein offenes Bücher- und Tauschregal sowie eine Boulderwand. Dadurch wird informellen und zufälligen Treffen Raum gegeben und ungeplanter Austausch und Kommunikation gefördert. Das Erdgeschoss und der intensiv begrünte Binnenraum bilden die Drehscheibe des Hauses.

Die interne Erschließung der Bauteile 1 und 3 erfolgt jeweils über direkt belichtete Stiegenhäuser. Der Bauteil 2 ist über eine „Rue Interieur“ beidseitig an die Stiegenhäuser der Bauteile 1 und 4 angebunden. Die daraus resultierende Fluchtmöglichkeit in 2 Richtungen ermöglicht es die Trennbauteile zur „Rue Interieur“ transparent und ohne Brandschutzanforderungen auszubilden und die Erschließung dadurch hell und offen zu gestalten. Der Bauteil 4 ist mit einem zum Binnenraum orientierten „Pawlatschengang“ erschlossen und bietet Aneignungsfläche und Raum für Treffen und Kommunikation.

 

B.R.I.O. – vielfältiges und wandelbares Wohnen im Wohnmodul

Dem Wohnmodul liegt ein übergeordnetes orthogonales Rastermaß von 3.20m zugrunde. Die konsequente Umsetzung dieses Rasters ermöglicht eine hohe Wirtschaftlichkeit in der Umsetzung und große Ersparnisse in Logistik und Materialeinsatz. Zugleich ermöglichen die Skelettbauweise und das Raster einen sehr hohen Freiheitgrad in der Grundrissgestaltung, in der Typenvielfalt sowie in der langfristigen Flexibilität der Wohnungen und des Gebäudes insgesamt.

Hohes Augenmerk lag bei der Konzeption der Wohnungen auf einer hohen Gebrauchstauglichkeit im Alltag sowie hoher Variabilität der Grundrisse im täglichen Leben (Stichwort Homeoffice, Eignung für AlleinerzieherInnen) und im Verlauf des Lebenszyklus‘ insgesamt.

Alle Wohnungen verfügen über private Freiräume in Form von Loggien. Durch die „zerklüftete“ Baukörperausbildung sind viele Wohnungen über Eck orientiert. Verschiedene Fensterorientierungen schaffen Perspektivvielfalt auch aus den eigenen vier Wänden.

Augenmerk wurde auf ein hybrides Angebot aus besonderen Wohnungen und kleinen gewerblich bzw. gemeinschaftlich nutzbaren Einheiten im Bauteil 2 gelegt: der Bauteil 2 dient einerseits als geschlossener Rücken zur Bahn und verfügt zugleich über einzigartigen Weitblick und Atmosphäre. 1-Zimmer-Wohnungen wechseln sich ab mit kleinen gewerblichen und gemeinschaftlich nutzbaren Einheiten. Die Einheiten sind entlang einer abwechslungsreichen „rue interieur“ angeordnet. Die transparente Ausbildung der Trennwände der Einheiten (keine Brandschutz-Anforderungen aufgrund der jeweils beiderseitigen Fluchtmöglichkeit) bringt Licht in die Erschließungszone und schafft Einblicke in die Mikrowelten sowie Durchblicke zur Bahn und bis zum Leopoldsberg. Platzartige Aufweitungen rhythmisieren die Erschließung und schaffen Aneignungsflächen im unmittelbaren Vorfeld der Einheiten.

Das besondere Wohnangebot wird abgerundet durch 2-geschossige zwischen Bahn und Binnenraum durchgesteckt Maisonette-Wohnungen. Durch den großen Schnitt der Maisonette-Wohnungen eigenen sich diese sowohl für große Familien als auch für Wohngemeinschaften.

 

 

 

Lage im Ort

Hochpunkt

Der Bauteil 1 wird als markanter Hochpunkt in Szene gesetzt. Bei Bauteil 2 wird die Gebäudehöhe nicht ausgeschöpft und dadurch die Prägnanz der Gebäudesilhouette verstärkt. Zugleich wird eine gute Belichtung im Innenhof geschaffen.

Raster

Dem Projekt liegt ein übergeordnetes, orthogonales Rastermaß von 3.20m zugrunde. Dadurch wird eine abgetreppte Front zur Bahn geschaffen. Wohnräume werden dadurch von Westen belichtet sowie spektakulärer Weitblick ermöglicht.

Begrünung

Ein umlaufender Sockelvorsprung ermöglicht die üppige Begrünung der Fassaden und akzentuiert die Schnittstelle zwischen Sockel und darüber liegenden Geschossen. Die Dächer sind intensiv begrünt als Gemeinschaftsterrassen geplant.

Erdgeschoss

Axonometrie

1. Obergeschoss

2. Obergeschoss

6. Obergeschoss

Ansicht Landgutgasse

Ansicht Innenhof

Blick vom Zug aus