Funktion: Schulbau
Ort: Wien, W
Art des Bauvorhabens: Erweiterung
Status: Wettbewerb 2. Preis

Die Erweiterung der AHS Klostergasse Wien erfolgt durch einen dreigeschossigen Verbindungsbau zwischen dem denkmalgeschützten Schulgebäude und dem ehemaligen Tröpferlbad sowie durch eine Aufstockung des Umspannwerks zur Unterbringung des Turnsaales. Der bestehende Bewegungsraum wird abgebrochen und als neue Mitte konzipiert. Der Neubau vermittelt und bildet ein Gelenk zwischen dem derzeitigen Schulgebäude und dem ehemaligen Währinger Bad. Die architektonische Sprache des Neubaus stellt sich zurückhaltend in den Hintergrund der bestehenden denkmalgeschützten Schule und des Währinger Bades.

Funktion: Schulbau
Ort: Wien, W
Art des Bauvorhabens: Erweiterung
Status: Wettbewerb 2. Preis

Wettbewerb: 05|2021

 

NRF gesamt: 5.487 m²
BGF gesamt: 6.965 m²
Baukosten: 13,25 Mio.

Visualisierung: DI Barbora Tothova

Die Erweiterung der AHS Klostergasse Wien erfolgt durch einen dreigeschossigen Verbindungsbau zwischen dem denkmalgeschützten Schulgebäude und dem ehemaligen Tröpferlbad sowie durch eine Aufstockung des Umspannwerks zur Unterbringung des Turnsaales. Der bestehende Bewegungsraum wird abgebrochen und als neue Mitte konzipiert. Der Neubau vermittelt und bildet ein Gelenk zwischen dem derzeitigen Schulgebäude und dem ehemaligen Währinger Bad. Die architektonische Sprache des Neubaus stellt sich zurückhaltend in den Hintergrund der bestehenden denkmalgeschützten Schule und des Währinger Bades.

NEUE MITTE - Entreelandschaft und zentrales Gelenk der Schule

Mit dem Abbruch und Neubau des Mitteltraktes wird eine neue, barrierefreie Eingangssituation und Erschließung des Schulgebäudes von der Klostergasse hergestellt. Der bestehende Vorplatz zum Währinger Bad liegt zentral in der Mitte des neuen Schule Campus. Dieser wird gestalterisch zum Vorplatz umgewandelt. Er wird zum einladenden Vorfeld und lädt zum Treffen und zum Plaudern vor und nach der Schule ein. Der offene und einladende Eingangsbereich bildet die Entreelandschaft und das Herz der Schule. Darin: Foyer, Mehrzwecksaal, Bewegungsraum und Musiksaal. Die Entreelandschaft mit zweigeschossigem Luftraum verknüpft das Vorfeld mit der Schule und dem Schulhof. Das ErnstKrenek-Amphitheater überwindet spielerisch den Niveauunterschied zum Schulhof. Die zwei Freiraumbereiche Vorplatz und Schulhof bilden ein “Freiraumplateau”, das die Gebäude und ihre verschiedenen Architektursprachen trägt und diese zu einem Campus vereinigt. Der Eingangsbereich bildet mit dem im direkten Verband liegenden Mehrzwecksaal und Musiksaal (beide mit direkt Ausgang in den Lerngarten) eine multifunktionale und offene Zone für den Unterricht sowie für Schulfeste und Ausstellungen. Augenmerk wurde auf die flexible und kreative Nutzbarkeit des Mehrzwecksaals gelegt. Die Ausstattung mit leichten und modularen Sitzmöbeln erlaubt es diese Bereiche schnell und unkompliziert für verschiedenste Szenarios umzubauen. So wird insgesamt eine offene und flexible nutzbare neue Mitte geschafft. Es wird Außen und Innen gleichermaßen wie Neubau und Bestand miteinander verwoben und fließend in Beziehung zueinander gesetzt - als neue Mitte und Gelenk des Schulcampus. Das Erdgeschoss der neuen Mitte steht in direktem Bezug zum ersten Stock wo sich Speisebereich, Wohnzimmer und die multimedialen Schulbibliothek befinden. Neben der Schulbibliothek - im Bereich des ursprünglichen Haupteingangs des Währinger Bades - befindet sich eine räumlich attraktive zweigeschossige Lese-Zone (Raumhöhe 6,3 m). Neben der zentralen Hauptstiege des denkmalgeschützten Bestandes befinden sich die vom Haupteingang gut erreichbaren Verwaltungsbereiche. Der Verwaltungsbereich verfügt zusätzlich über einen eigenen Zugang für Lehrerinnen und Lehrer von der Staudgasse.

 

ALTE SCHULE NEU ‒ Raum für Kreativität und Forschung

Der derzeitige Klassentrakt wird funktionell und räumlich neu organisiert. Es wird dabei ein hohes Augenmerk darauf gelegt, möglichst schonend mit dem Bestand umzugehen und zugleich einige der im Lauf der Zeit überformten ursprünglichen vorhandenen räumlichen Qualitäten und Strukturen wieder herzustellen bzw. frei zu legen. Die Klassenräume befinden sich im ersten und zweiten Stock. Neben der Zentralstiege bietet eine barrierefrei zugängliche Loggia die Möglichkeit für Freiklassenunterricht. Die Werkräume und weitere Sonderunterrichtsräume befinden sich jeweils getrennt von den Bereichen mit Klassen im dritten Stock. Dem Sonderunterrichtbereich steht - direkt zugeordnet - eine großzügige Dachterrasse für Kreativklassen und Arbeiten im Freien zur Verfügung. Besonderes Augenmerk wurde auf die flexible und kreative Nutzbarkeit der Verkehrsflächen und Gangbereiche gelegt. Die Verkehrsflächen werden durch multifunktional nutzbare Wandeinbauten (Sitzgelegenheiten, Nischen, Stauräume, Pinnwände) sowie durch punktuelle Sichtfenster mit Sitznischen in attraktive und vielseitig nutzbare Bereiche für freies Lernen und Arbeiten in Kleingruppen verwandelt. Dadurch wird die Idee einer offenen Schule mit vielseitigem Angebot für differenzierte Lern- und Unterrichtsformen und zur Förderung von Kreativität und Forschergeist verwirklicht.

 

ALTE SCHULE NEU - Turnsaal

Die neue Turnhalle wird als Aufstockung am bestehenden Umspannwerk errichtet. Für externe Nutzer wird ein separater barrierefreier Eingang konzipiert. Zur visuellen Entlastung des Umspannwerküberbaus wurde für die Aufstockung eine leichte transluzente Fassade gewählt. Die Gliederung der Turnsaalfassade erfolgt horizontal bezugnehmend auf die Fassadenteilung der AHS Klostergasse und des Währinger Bades. Der die Turnsaalfassade gliedernde Riegel korrespondiert mit dem Sims der bestehenden Fassade des AHS Klostergasse. Durch die Freilegung des Ziegelwerks der Umspannwerkfassaden wird die technische Funktion des Umspannwerks hervorgehoben und betont.

 

FREIFLÄCHEN ‒ Klimafit und sinnlich anregend

Es wird das Augenmerk auf qualitätsvolle Außenräume gelegt. Ziel ist es unterschiedliche bespielbare Außenräume (Bewegungsflächen, Unterrichts-ergänzungsflächen im Freien, Rückzugsflächen etc.) mit differenzierten Aufenthaltsqualitäten zur Verfügung zu stellen. Der neue identitätsstiftende Vorplatz ist einladend und bietet eine hohe Aufenthaltsqualität. Durch seine Klimafitte Gestaltung ‒ Verwendung von durchlässigem Belag, gärtnerisch gestaltete Versickerungs- und Retentionsbereiche, Wasserspeicherung im Untergrund für optimalen Baumwachstum ‒ wird für ein nachhaltig angenehmes Mikroklima gesorgt. Grüninseln mit Bäumen und eingestreuten Pflanzbeeten, Kleinsträuchern und einer gemischten Gräser- & Staudenbepflanzung (Storchschnabel, Wolfsmilch, Waldhirse und Lampenputzergras) schaffen ein räumlich differenziertes und sinnlich anregendes Vorfeld zur AHS Klostergasse. Am Vorplatz befindet sich auch die Fahrradabstellflächen für Schüler und Besucher. Der bestehende Hof wird als aktive Zone konzipiert und steht in direkter Verbindung zu den Aufenthaltsbereichen der Nachmittagsbetreuung und ermöglicht auch es den Speisebereich nach außen zu erweitern. Der neue kleine Garten im Bereich des derzeitigen Saunabereichs ist als ruhiger Ruckzugsort konzipiert. Das Flachdach über dem neuen Mitteltrakt wird begrünt. Begehbare Inseln stehen in direkter Verbindung mit dem Sonderunterrichtscluster und ermöglichen es im Zug von Freiklassenunterricht genutzt zu werden.

 

Lageplan

Erdgeschoss

2. Obergeschoss

Ansicht Klostergasse

Schnitt längs

1. Obergeschoss

3. Obergeschoss

Ansicht Schulgasse

Schnitt quer

Axonometrie