Funktion: Schulbau
Ort: Wr. Neustadt, NÖ
Art des Bauvorhabens: Sanierung und Erweiterung
Status: Wettbewerb

Die Erweiterung des BRG Gröhrmühlgasse Wr. Neustadt erfolgt mit einem 2 bis 4 geschossigen Zubau welcher Klassen, Sonderunterrichtsräume und zentrale Schulbereiche aufnimmt. Die 3-teilige Sporthalle inkl. Garderoben und Nebenräumen wird im Zubau im Untergeschoß angeordnet.

Funktion: Schulbau
Ort: Wr. Neustadt, NÖ
Art des Bauvorhabens: Sanierung und Erweiterung
Status: Wettbewerb

Wettbewerb: 09|2020

NRF gesamt: 9.980 m²
BGF gesamt: 11.308 m²
Baukosten: 22,5 Mio. EUR

 

Auftraggeber:
BIG – Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H.

Generalplanung/Architektur:
PLOV Architekten ZT GmbH

Mitarbeit: Richard Baltl, Lisa Jindra, Ondrej Kövér

 

Visualisierung: Patricia Bagienski

Die Erweiterung des BRG Gröhrmühlgasse Wr. Neustadt erfolgt mit einem 2 bis 4 geschossigen Zubau welcher Klassen, Sonderunterrichtsräume und zentrale Schulbereiche aufnimmt. Die 3-teilige Sporthalle inkl. Garderoben und Nebenräumen wird im Zubau im Untergeschoß angeordnet.

 

Der Zubau knüpft an die Struktur und Idee des Bestandes an und ist als kompakte Erweiterung des Bestandsvolumens konzipiert. Neubau und Bestand bilden gemeinsam eine neue Schuleinheit. Klare Schnittstellen zum Bestand und ein schonender Umgang mit der bestehenden Substanz tragen einer auf Wirtschaftlichkeit ausgelegten Herangehensweise Rechnung.

 

Das große Manko der bestehenden Schule ist das Fehlen eines großzügigen und einladenden Eingangsbereichs (Aula), sowie die reduzierte Raumhöhe im Erdgeschoss des Bestandes. Dieses Manko wird durch die Erweiterung beseitigt. Die bestehende Hallensituation wird Richtung Westen erweitert und als großes und zusammenhängendes Entree der Schule mit Eingang von der Burkhardgasse ausgebildet. Der ehemalige Eingangsbereich mit dem denkmalgeschütztem Freiraum vor der Burkhardvilla wird als attraktiver geschützter und barrierefrei erschlossener Schulhofgarten zur Nutzung für Pausen, Erholung und für Freiklassenunterricht angeboten.

 

Die Parkplätze für Lehrer und der Zugang zur Verwaltung in der denkmalsgeschützten Burkhardvilla befinden sich im Norden der Schule im Bereich der bestehenden Zufahrt. Ebendort befindet sich der Zugang für Externe und für die Anlieferung der Küche. Die Belichtung und Belüftung des Turnsaales erfolgt natürlich über Lichtgräben entlang der westlichen Bauplatzgrenze.

 

ZU EBENER ERDE UND ERSTER STOCK

Die neue Aula mit Sitzstufenanlage, der Mehrzweckraum und der Musikraum bilden das ebenerdige, neue Zentrum der Schule. Insgesamt können Aula- und Mehrzweckbereich mit dem Musikraum zu einer großzügigen Fläche mit dem Schulhofgarten verbunden werden und als neuer Raum für Schulfeste, die Ausstellung schulischer Projektarbeiten, Theaterworkshops etc. genutzt werden. Die direkte Verbindung des Mehrzweckraumes mit dem Musiksaal macht diesen leicht und schwellenlos bespielbar.

 

Im ersten Stock befinden sich Pausen- und Aufenthaltsbereiche, Speiseraum, Tagesbetreuungsbereiche und Bibliothek. Die zentralen Bereiche zu ebener Erde und im ersten Stock werden über die neue Sitzstufenanlage sowie die bestehende Atriumerschließung verknüpft und mit Lufträumen zu einem spannenden dreidimensionalen Raumgefüge für Aufenthalt, Kommunikation und offenes Lernen verwoben.

 

Eine klare und übersichtliche Erschließungsmagistrale bildet das funktionale Rückgrat des Schulgebäudes in den Obergeschossen und verbindet im ersten Stock die Verwaltungsbereiche in der denkmalgeschützten Burkhardvilla mit den zentralen Bereichen sowie den Unterrichträumen. Die Erschließungsmagistrale wird strukturell in allen Obergeschossen fortgeführt und bildet auch dort eine klare und übersichtliche Haupterschließung für die Geschosse mit Unterrichträumen.

Die Sonderunterrichtsräume werden im Erdgeschoss und im ersten Stock neu untergebracht und zu thematischen Einheiten zusammengeschlossen.

 

Mehrere Terrassen bilden in allen Geschossen ein komplementäres Angebot zur disponiblen Nutzung für Unterricht und Pausen. Ein neuer Hartplatz im 1. Stock steht in direktem Bezug zu den Aufenthaltsbereichen und dem Tagesbetreuungsbereich und rundet das Angebot an Freiflächen ab.

 

DENKMALSCHUTZ

Das vorliegende Konzept lässt das denkmalgeschützte Ensemble der Burkhardvilla und des unbebauten Vorplatzes mit Brunnen unverändert. Die Eingriffe in den Bestand der Villa beschränken sich auf Veränderungen der Raumkonfiguration sowie wenige punktuelle Eingriffe zur Herstellung von Türdurchgängen. Neue Raumteilungen sind in Trockenbauweise bzw. als Glaswände geplant. Die barrierefreie Erschließung der Burkhardvilla in den Obergeschossen erfolgt mittels Innenlift. Die Anbindung der Burkhardvilla an die Schule erfolgt mittels eines transparenten Glasganges am Niveau des Erdgeschosses. Durch das Entfernen der baulichen Verbindung im Untergeschoss wird der freigestellte, Ikonische Charakter der Villa verstärkt.

 

BAUKONSTRUKTION UND ENERGIEKONZEPT

Die architektonische Erscheinung der Erweiterung ordnet sich dem prägnanten Ensemble des Bestandes unter. Die Fassaden der neuen Bauteile sind als strukturierte, rötlich gefärbte, 3-schalige Sichtbetonfassaden mit Kerndämmung geplant und fügen sich harmonisch in das Ensemble der denkmalgeschützten Villa und die rötlichen Klinkerfassaden ein. Die Fassaden sind hochwärmegedämmt konzipiert. Transparente Bauteile sind als Pfosten-Riegel-Konstruktionen mit 3-Fachverglasungen und außen liegendem Sonnenschutz geplant. Die Dachflächen werden als retentionsfähige Gründächer ausgebildet und tragen zu einem ökologischen Mikroklima bei.

Für die Erweiterung des Schulgebäudes wird eine Kühlung der Massivdecken durch eine thermische Bauteilaktivierung angedacht. Diese Bauteilaktivierung kann im Winter zur Heizgrundlast beitragen und wird durch reaktionsschnelle Heizradiatoren in den Klassenräumen unterstützt. Es wird eine kontrollierte Raumlüftung vorgeschlagen. Diese wird zusätzlich durch eine Nachtkühlung über automatisch gesteuerte Oberlichtfenster ergänzt.

Ein Tageslichtkonzept trägt der Reduktion von Beleuchtungsenergie Rechnung und sorgt durch optimierte Oberflächenbeschaffenheit und Farbgebung von Wänden, Decken und Böden für helle Innenräume. Die Verwendung von Lichtlenklamellen stellt einen hohen Lichteintrag trotz aktiver Verschattung (Sonnenschutz) bzw. aktivem Blendschutz sicher. Die erforderlichen Technikräume sind im Bestand untergebracht.

 

WIRTSCHAFTLICHKEIT

Das Gebäudevolumen des Erweiterungsbaus ist äußerst kompakt gehalten. Ein konstruktiv einfaches Grundgerüst stellt die Basis eines robusten und auf Wirtschaftlichkeit ausgelegten Ansatzes dar. Die Erweiterung ist seriell und mit hohem Vorfertigungsgrad umsetzbar. Teure Eingriffe in den Bestand sind auf das Notwendige reduziert.

Lage im Ort

1. Untergeschoss

Erdgeschoss

1. Obergeschoss

Schnitt und Ansicht Süd